Aus Mangel an Autofokus-Punkten – Focus and Recompose Oder auch die Frage nach dem Verbleib der Schärfe

FUJIFILM X-T1
FUJIFILM X-T1
© FUJIFILM Europe GmbH

Auf meinem anfänglichen Weg in den Inner Circle der Fotografie begleitete mich eine EOS 700D von Canon. Bekanntlich hat dieses APS-C Modell eine überschaubare Anzahl an Autofokus-Punkten. Mit einem Blick durch den Sucher zählt man exakt neun dieser Punkte. Von Anfang an habe ich selbst bestimmt, wo genau der Autofokus in meiner Aufnahme zu sitzen hat. Bedauerlicherweise reihen sich die Punkte um die Bildmitte. Und exakt an dieser Stelle kommen wir zum Thema Focus and Recompose – Fluch und Segen gleichermaßen.

Im guten Glauben

Rasch habe ich von der beliebten Focus and Recompose Methode Wind bekommen. Wunderbar. Das gab mir die Möglichkeit, meine Aufnahmen etwas freier zu gestalten. Autofokus gesetzt und den Bildausschnitt einfach nach Belieben verschoben. Auslösen. Mit einem 24-70 f/2.8 von Tokina war ich zu der Zeit mehrheitlich unterwegs. Ein wirklich solides Objektiv, solide in Bezug auf das Gewicht. Brachial im Vergleich zum Kit-Objektiv EF-S 18-55mm. Kleiner, aber gewichtiger Exkurs. Ob im Weitwinkel- oder Tele-Bereich, ich habe anvisiert und versucht der Physik eins auszuwischen.

Speziell im Weitwinkel-Bereich bereitete mir eine Unschärfe bei vielen meinen Aufnahmen Sorge. Schlussendlich musste es am Objektiv liegen. Ich nutzte daher vermehrt mein 24er und 40er EF-S bzw. EF und verkaufte das Tokina. Dummerweise wie sich am Ende herausgestellt hat. Trottel.

Focus and Recompose – kann man so machen, ist dann aber scheiße

Durch welchen Zufall auch immer, bin ich im Netz auf die Problematik um Focus and Recompose gestoßen. Das Rätsel um die Unschärfe meiner Aufnahmen war gelöst, wie auch die Eigentumsfrage zum Tokina. Bei der Methode schleicht sich folgende Korrektur ein:

  • Michael Mohner erklärt es auf www.mohner.de1 sehr anschaulich.

Unter http://digicam-experts.de/schaerfentiefe.php2 kann man, mit dem dort angebotenen Rechner, neben der Schärfentiefe auch den Fehler bei Verwendung von Focus and Recompose messen. Angegeben wird der Fehler in cm, bei einem Schwenk der Kamera über die halbe Bildbreite.

Mittlerweile gibt es Spiegelreflexkameras, die diesen Fehler mittels beweglichem Sensor (Bildstabilisator) ausgleichen. Zudem hatte ich ein, zwei Zeilen über eine Gyroskop-gesteuerte Korrektur gelesen.

Eine Alternative, ist die Aufnahme per Live-View, mit dem man sich Autofokus-seitig von der Bildmitte entfernen kann. Allerdings ist diese selten bzw. wenig praktikabel und m. E. demnach keine wirkliche Alternative.

Lösung

Die Lösung des Problems bzw. der Unschärfe ist die Beachtung von Blende und Brennweite. Gerade im Tele-Bereich soll der Fehler nach Einschätzung vieler Fotografen zu vernachlässigen sein. Die Ausprägung des Fehlers ist ebenfalls abhängig von der Offenblendigkeit. Ich für meinen Teil habe ganz einfach die Kamera gewechselt – im Grunde das gesamte System. Die Anzahl der Autofokus-Punkte meiner FUJIFILM X-T20 ist mengenmäßig so gewählt, dass ich meine Aufnahmen wirklich frei gestalten kann. Ob 2/3 Regel, Goldener Schnitt oder davon abgewandelte Formen sind für mich zum Thema Autofokus-Punkt kein Problem mehr.

1 https://www.mhohner.de/newsitem2/recompose?lg=d, 26.06.2018, 22.00 Uhr

2 http://digicam-experts.de/schaerfentiefe.php, 26.06.2018, 22.05 Uhr

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