Hunting da Picture Street Photography in Berlin

© Sebastian Jacobitz

Nach herrschender Meinung geht es in der Straßenfotografie um den Augenblick, der spontan eine besondere und eher komplexe Geschichte aus dem persönlichen Alltag von Dir und mir erzählt. Genau dieser Protagonist, der potenzielle Augenblick, hat in mir das Interesse geweckt, mich mit dem Genre zu beschäftigen. Die Authentizität ist für mich hierbei das Zauberwort, Authentizität in ihrer ursprünglichen und damit nicht gestellten Form. Für mich ganz persönlich zeigen die entstandenen Aufnahmen erst mit dieser Echtheit wahrhaftige Tiefe. By the way bevorzuge ich die Bezeichnung Street Photography – klingt much more fancy würde ich sagen, zudem birgt die englische Bezeichnung in meinen Ohren als deutscher Native Speaker charakterlich, viel weniger Konstruktion … liegt wohlmöglich auch an dem wenig melodischen Klang der deutschen Sprache … kleiner subjektiver Exkurs.

Farbwahl

Ein Gros der Aufnahmen wird in schwarz/ weiß dargestellt. Es gilt die Szene aufs Wesentliche zu reduzieren oder diese zu dramatisieren. Mir persönlich ist die im Leben zur Verfügung stehende Farbvielfalt derart wichtig, dass ich dieses stilistische Mittel doch eher als Ausnahme sehe, als Ausnahme für meine Arbeiten. Ich glaube mit Perspektive und verschiedenen Stimmungen kann man ähnliches oder gar mehr erreichen. Das wird wohl eher mein Weg sein, ausschließen möchte allerdings nichts. Unabhängig davon ist eine Vielzahl an schwarz/ weiß Aufnahmen großartig, nur eben nicht mein bevorzugter Weg.

Gesetz

Juristisch wartet dieses Genre mit einigen klaren Regeln auf, die von Land zu Land unterschiedlich definiert sind – kein zu verachtender Punkt. Wie relevant dieser Punkt für Dich persönlich ist, entscheidest Du ganz allein. Ich für meinen Teil … bin hin und her gerissen. Ethisch vertretbar ist mein Grundsatz. Jede Darstellung hat, im jeweiligen Kontext, ihre nach unserem Wertesystem vertretbaren Grenzen. Umstrittenes Thema.

Kollektiv … jetzt kommt endlich Berlin ins Spiel

Um mit meiner Fotografie auf dem Spielfeld der Street Photography weiter zu kommen und parallel zur Praxis Input zu sammeln, bin ich auf den verschiedensten Kanälen im world wide web unterwegs. Neben diversen Bewegtbildern auf YouTube habe ich es mit dem alt hergebrachten Lesen probiert. Die Google Suche nach „street photography“ und „Berlin“ ergab u. a. die kreative Combo um Roland Groebe, Sebastian Jacobitz, Oliver Krumes, Christian Schirrmacher und Martin U Waltz.

© Oliver Krumes

Unter der Bezeichnung Berlin Street Photography Collective haben sich die fünf Berliner Fotografen im März 2016 inhaltlich vereint. Eine gemeinsame Arbeit in sowie an der Street Photography steht für die Jungs an erster Stelle. Sie geben damit der Street Photography in Berlin eine gewisse Plattform. Innerhalb der Facebook-Gruppe street photography berlin können sich die Gruppen-Teilnehmer, unter der Regie von Oliver Krumes, zu Aufnahmen aus dem Genre kritisch, konstruktiv austauschen. Das ist ein lobenswertes Engagement. Ein Blick auf deren jeweilige Arbeit lohnt sich in jedem Fall, gerade vor dem Hintergrund ihrer Internationalität. Empfehlen kann ich persönlich den Blog Street Bounty von Sebastian Jacobitz. Bild‘ Dir einfach selbst ein Urteil. Die einzelnen Arbeiten der Fotografen schaue ich mir, je nach gusto, im Rahmen zukünftiger Artikel noch einmal genauer an.

Ort

Street Photography lebt von interessanten und meist polarisierenden Aufnahmen. Diese sind an potenziell lebendigen Plätzen eher zu finden, als im schnarchigen Kiez am Rande der Stadt. Folgende Seiten listen einige abgedroschene aber dennoch interessante Orte in Berlin auf, die sich mehr oder wenige für die Street Photography eignen:

Selbstverständlich kann das beste Motiv ever selbst im schnarchigsten Eck der Stadt zu finden sein, nur ist einfach das regelmäßig zu erwartende Potenzial mehr als überschaubar. Glücklicherweise hat Berlin zahlreiche Ecken in der gesamten Stadt, die wenigstens eine Handvoll Aufnahmen versprechen. Hemdsärmelig gesehen sollte in jeder größeren Straße mit relevantem Verkehr etwas zu finden sein. Wer geht jedoch, auf der Suche nach dem perfekten Blumenstrauß, nicht lieber in einen Rosengarten als sein Glück an der Tankstelle zu finden? Eigenartige Metapher.

Motiv

Für jede meiner Touren habe ich mir den Tipp zu Herzen genommen, nicht ohne eine konkrete Aufgabe/ Motiv-Wahl loszuziehen. Auch wenn es an dem entsprechenden Tag um den Schwerpunkt xy ging, war dieser nicht in Stein gemeißelt, erlaubte mir die Fokussierung jedoch mich besser zu orientieren und nicht auf alles und jeden die Linse zu richten. Mit meinem Status als Rookie fahre ich damit weiterhin ganz gut.

Komposition

Die Regeln bzw. Möglichkeiten zur Komposition von Szenen, damit diese ihre maximale Wirkung auf den Betrachter entfalten können sind wirklich komplex. Eric Kim hat das Thema (Link 6 & 7) sehr gut verdichtet und mit zahlreichen Beispielen leicht bekömmlich dargestellt.

Gerät

Das Equipment ist, wie ich festgestellt habe, oftmals ein eher strittiges Thema. Selbstverständlich sagt Dir ein Großteil der Street Photographers, dass Du eine 35mm Linse benötigst, um den Reportage-Charakter nicht zu verlieren. Im Grundsatz gebe ich dem auch statt, allerdings lebt die Fotografie zu einem nicht unerheblichen Teil von individueller Kreativität. Ein Freund sagt mir die Tage, dass es noch nichts gegeben hätte, dass er mit seinem 85er nicht abgelichtet bekommen hat. Ein Argument.

Verblüffender Weise habe ich 2/3 all meiner Aufnahmen mit einem 24mm Objektiv (Crop) gemacht, unabhängig von der Street Photography. Aus diesem Grund habe ich beschlossen in diesem Brennweiten-Bereich zu bleiben. Offenbar liegt mir dieser und damit meinem Auge bzw. meinem individuellen Verständnis für optische Darstellungen.

Die Kamera? Der Punkt ist wahrhaftig strittiger als die Brennweite. Analog. Digital. Low-Budget. Premiumsegment. Kompakt. System. APSC. Vollformat.

Abschluss

Neben all der Theorie ist es glaub‘ ich am wichtigsten es einfach zu tun, auch ohne die gut gemeinten Ratschläge samt starrer Regelwerke, einfach zu fotografieren .


1http://ig-fotografie.de/foto-locations/die-besten-fotolocations-foto-spots-und-foto-orte-in-berlin, 10.05.2017, 19.00 Uhr

2https://www.22places.de/fotolocations-berlin, 10.05.2017, 19.05 Uhr

3http://ratgeber-fotografie.de/fotolocations-in-deutschland/fotolocation-in-berlin, 10.05.2017, 19.10 Uhr

4https://blog.kodakmoments.de/die-zehn-besten-foto-orte-in-berlin, 10.05.2017, 19.15 Uhr

5http://streetphotographyberlin.com/strassenfotografie-in-berlin, 10.05.2017, 19.20 Uhr

6http://erickimphotography.com/blog/street-photography-composition-lessons, 10.05.2017, 19.25 Uhr

7https://de.slideshare.net/erickimphotography/the-theory-of-composition-in-street-photography, 10.05.2017, 19.30 Uhr

8http://121clicks.com/inspirations/street-photography-the-art-of-composition-gallery-part6, 10.05.2017, 19.35 Uhr

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.